02. Juli 2026

Podiumsdiskussion auf dem 8. IPA-Kongress in Berlin

Warum IPA?

„Warum IPA?“- Um diese Frage ging es am 02. Juli 2026 auf der 8. IPA-Konferenz in Berlin. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der stetig wachsenden Community diskutierte MFK-Geschäftsführer Thorsten Stolpe über die Vorteile der Integrierten Projektabwicklung (IPA).

Auch wenn alle acht Charakteristika dieses Abwicklungsmodelles grundsätzlich als gute Argumente angeführt werden können, stehen für Thorsten Stolpe und das Malteser Fördeklinikum St. Katharina zwei wesentliche Punkte im Vordergrund: Zeit und Sicherheit.

1. Zeit: Effizienz durch Zusammenarbeit

Die Integrierte Projektabwicklung schafft die Voraussetzungen für einen hocheffizienten Projektablauf. Durch den kollaborativen Ansatz geraten Einzelinteressen stärker in den Hintergrund, während die gemeinsamen Projektziele in den Mittelpunkt rücken. Planung, Ausführung und Bauherrenvertreter arbeiten frühzeitig gemeinsam an Lösungen. Das reduziert aus der Sicht von Thorsten Stolpe die Schnittstellenverluste, erleichtert Entscheidungen und erhöht die Umsetzungsgeschwindigkeit – ein wesentlicher Vorteil bei komplexen Bauvorhaben.

2. Sicherheit: Entscheidungen auf belastbarer Grundlage

Im IPA-Verfahren wird die Machbarkeit eines Projekts bereits in der Validierungsphase gemeinsam durch Planung und Ausführung überprüft. In der anschließenden Planungsphase werden Optimierungspotenziale gehoben, Genehmigungen vorbereitet und die Grundlagen für eine belastbare Kosten- und Finanzierungsbewertung geschaffen.

Die Bauausführung wird erst dann beauftragt, wenn Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit ausreichend gesichert sind. Gerade angesichts der Unsicherheiten im Gesundheitswesen sowie auf den Finanz- und Baumärkten ist das ein erheblicher Mehrwert. Für Thorsten Stolpe ist dies der wohl wichtigste Aspekt des IPA-Methodik.

Dabei stellen die beiden definierten Exitoptionen einen bedeutenden Paradigmenwechsel in der Projektabwicklung dar. Sie ermöglichen Investitionsentscheidungen auf Basis einer hohen Planungs- und Kostensicherheit statt auf Grundlage früher unsicherer Prognosen. Nicht die möglichst frühe Festlegung auf die Projektrealisierung steht im Vordergrund, sondern die iterative Entscheidung auf Basis wachsender Erkenntnisse.

Ein Exit ist daher kein Scheitern. Im Gegenteil: Wenn dadurch erhebliche wirtschaftliche Schäden vermieden werden, ist er Ausdruck eines erfolgreichen und verantwortungsvollen Projektmanagements.

Das Fazit: Für Thorsten Stolpe ist IPA weit mehr als ein Vertrags- oder Vergabemodell. Zeit durch echte Zusammenarbeit. Sicherheit durch belastbare Entscheidungsgrundlagen. Gerade in einem volatilen Umfeld (z.B. GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz) braucht es Verfahren, die nicht nur Projekte beschleunigen, sondern vor allem Investitionsrisiken beherrschbar machen. Denn Projekterfolg bedeutet nicht zwangsläufig zu bauen, sondern zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung zu treffen.

Ein besonderer Dank gilt dem Team des IPA-Zentrums für die hervorragende Organisation des diesjährigen IPA-Kongresses sowie den weiteren Teilnehmern der Podiumsdiskussion Prof. Stefan Leupertz, Nancy Sprock-Mahlo, Thilo Wachholz und Klaus E. Hänsel.